Schriftlesungen

Quelle: Annette Wohlfeil
In vielen Gemeinden wird sie von einem/einer Kirchenältesten gelesen. Die Schriftlesung stellt den Bezug der gegenwärtigen Feier zum vergangenen und künftigen Wirken Gottes her. Die Texte für die jeweiligen Schriftlesung sind in der sog. Perikopenordnung festgeschrieben. Diese wurde 1978 von der Liturgischen Konferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland erarbeitet und am 1. Advent 1978 eingeführt. Sie enthält eine Ordnung der Predigttexte und Leseabschnitte (Schriftlesung) für die Gottesdienste. Diese Texte gelten als verbindliche Vorgaben für die Gottesdienste an den jeweiligen Sonn- und Feiertagen. Es liegt jedoch auch im Rahmen des Kanzelrechts weithin in der Hand des verantwortlichen Pfarrers / der verantwortlichen Pfarrerin, wie sie eingesetzt werden.

Die Perikopenordnung (von griechisch perikopé = abgegrenzter Bereich, Abschnitt) ist eine Zusammenstellung von Bibelabschnitten, die in den Gottesdiensten zur regelmäßigen Lesung bzw. Behandlung in der Predigt vorgesehen sind.
Insgesamt gibt es sechs Perikopenreihen (meist als römisch I bis VI notiert). Eine Reihe ist für ein Kirchenjahr, also vom 1. Advent bis zum Ewigkeitssonntag. Sie ordnet jedem Sonn- und Feiertag die Lesungen für Evangelium (immer aus Perikopenreihe I), Epistel (immer aus Perikopenreihe II) und AT, sowie den Predigttext (aus der jeweils aktuellen Perikopenreihe) zu. Während der Geltung von Perikopenreihe I sind also der Evangelientext und der Predigtext identisch; während der Geltung von Perikopenreihe II der Episteltext und der Predigttext. Nach sechs Jahren beginnt der Zyklus von vorn.