Reformprozess "Kirche im Aufbruch"

Als Kirche der Reformation versteht sich die Evangelische Kirche als eine Institution, die im Wandel lebt und den Wandel gestaltet.

Bilds: Logo des Reformprozesses "Kirche im Aufbruch" Bild vertikal blau-grün mit weißem Kreuz und Schriftzug; Quelle: EKD

Sie ist in der Geschichte dieser Welt dazu aufgerufen, sich immer wieder zu reformieren: im Wissen, dass diese „Reformation“ nur auf dem Grund des Evangeliums von Jesus Christus und auf dieses Ziel hin geschehen kann.

So hat der Reformprozess „Kirche im Aufbruch“ folgendes Ziel:

„Die Evangelische Kirche in Deutschland will auch im 21. Jahrhundert die Kraft und Schönheit des Evangeliums zum Leuchten bringen. Menschen sollen erfahren, was es heißt, aus der Freiheit des Glaubens zu leben.“

Die Auslöser für diese Bewegung finden sich zu einem großen Teil im Jahre 2004. Dort haben sich der Rat der EKD und die Kirchenkonferenz  mit drei Texten beschäftigt:

  • mit den Ergebnissen der IV. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung
  • mit einer Prognose zur Mitgliedsschaftsuntersuchung in den Jahren 2003-2030
  • und mit den mittelfristigen Finanzperspektiven für die Jahre 2005-2009.

Alle drei Texte machten deutlich, dass ein Handeln der Evangelischen Kirche im Blick auf die Zukunft dringend geboten ist.

Und so begann ein Prozess, der den Namen „Kirche im Aufbruch“ trägt.
 
 

Schritte im Reformprozess

Perspektivkommission 2030 und Impulspapier "Kirche in Freiheit"

Titwlblatt des Impulspapieres "Kirche der Freiheit"; Quelle: EKD
Noch im Jahr der Textlektüre hat der Rat der EKD – auf Anregung der Kirchenkonferenz – eine Perspektivkommission 2030 eingesetzt, die den Auftrag erhielt, angemessene Handlungsstrategien für die evangelische Kirche zu entwickeln.

Diese Kommission entwickelte das Impulspapier: „Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert." In dieses flossen auch die Perspektivüberlegungen der Landeskirchen ein, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits solchen Zukunftsplanungen zugewandt hatten. So auch die Badische Landeskirche, die mit ihren Leitsätzen und den Leitbildern den Weg des Kirchenkompassprozess angestoßen hatte.

Am 6. Juli 2006 wurde dieses Impulspapier, nachdem Rat und Kirchenkonferenz diesem zugestimmt hatten, veröffentlicht.

Zwei Leitfragen haben die 10köpfige Kommission beschäftigt: „Was passiert, wenn nichts passiert?“ und: „Was tun?“

Auf die erste Frage fand die Kommission folgende Antwort:
„Es handelt sich um ein hochexplosives Gemisch aus schwindenden Ressourcen und gleichzeitigem Verlust an geistiger Prägekraft, des Abbruches geistlicher Traditionen im Leben unserer Kirchen. Es kann dazu führen, dass die Handlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt werden.“ (Landesbischof der sächsischen Landeskirche Jochen Bohl)

Auf die zweite Frage gibt sie die Antwort in Form von vier Kernsätzen:
  • Geistliche Profilierung statt verwaschener Aktivitäten; wobei vorausgesetzt ist, dass es Aktivitäten mit diesem Prädikat gibt.
  • Schwerpunktsetzung statt Vollständigkeit. Nicht überall müssen wir alles tun und anbieten, aber wir müssen an jedem Ort in unserem Profil erkennbar bleiben.
  • Beweglichkeit in den Formen statt Klammern an Hergebrachtem.
  • Außenorientierung statt Selbstgenügsamkeit. Damit ist gesagt, dass es so etwas wie das Phänomen der Selbstgenügsamkeit unter uns gibt.
Außerdem stellt es zwölf Leuchtfeuer vor, die sie im Impulspapier auf der Homepage „Kirche im Aufbruch“ unter "Impulspapier" auf Seite 48 finden.

Dies Papier versteht sich als wirkliches Impulspapier, das Gedanken und Visionen anregen möchte und zur Weiterarbeit an gemeinsamen Perspektiven einlädt und auffordert und einen Mentalitätswechsel erhofft.

So entwickelte sich das Impulspapier „Kirche in Freiheit“  zu einem, sowohl innerkirchlich als auch in der Öffentlichkeit vielbeachteten Papier. Mehr dazu finden Sie ebenfalls auf der Homepage http://www.kirche-im-aufbruch.ekd.de/
 
 

Der Zukunftskongress in Wittenberg 2007 und die Synode in Dresden

Es zeigte sich, dass das Impulspapier zu einem Zeitpunkt erschien, in dem die Bereitschaft der Mitarbeitenden und Mitglieder der Kirche sehr groƟ war, sich auf einen Weg des Aufbruchs zu wagen.
So lud der Rat der EKD 280 Personen ein, die am letzten Januarwochenende 2007 in der Lutherstadt Wittenberg zusammen kamen. Zum ersten Mal traten in einem solch großen Maße Vertreterinnen und Vertreter aus den Kirchenleitungen und Reformkräfte aus wichtigen kirchlichen Handlungsfeldern zusammen, um gemeinsam an der Entwicklung von Zukunftsperspektiven zu arbeiten. Dies geschah unter anderem in zwölf Foren, die parallel zu den Themen der „Leuchtfeuer“ aufgebaut waren.

Die Ergebnisse des Zukunftskongresses können Sie nachlesen bei den Publikationen unter: www.kirche-im-aufbruch.ekd.de

In der Einleitung dieses Dokumentationsbandes steht zu lesen: „In vielen Reaktionen auf den erlebten Kongress konnten deutliche Signale wahrgenommen werden, dass man den Schwung von Wittenberg nunmehr in den jeweils eigenen Arbeitszusammenhängen weitergeben möchte. Insgesamt wird man daher sagen dürfen: Es gibt Stimmungsumschwung zugunsten der Reformimpulse, ein „Zurück gibt es nicht mehr“(W. Huber).“

Die EKD-Synode 2007 in Dresden nahm die Gedanken und Ideen von Wittenberg auf und führte sie fort unter dem Motto: „evangelisch Kirche sein“.
Die drei Leitbegriffe "Gottesbegegnung, Lebenserneuerung und Gemeinschaft" stellen kurz gefasst dar, unter welchen Schwerpunkten der Reformprozess weitergehen wird.

Die Synode setzte eine Steuerungsgruppe ein, die den Prozess vorantreiben wird.

Alle Informationen zu diesem Prozess, zu aktuellen Projekten, alle Materialien – vom Impulspapier bis hin zu den jüngsten Publikationen finden Sie unter: www.kirche-im-aufbruch.ekd.de
 
 
www.kirche-im-aufbruch.ekd.de

Alle Informationen zum Reformprozess, zu aktuellen Projekten, alle Materialien – vom Impulspapier bis hin zu den jüngsten Publikationen finden Sie hier.

Von der Organisationswerdung der Kirche

Die Evangelische Landeskirche in Baden und der Reformprozess -
lesen Sie dazu auch den Lagebericht 2008 unseres Landesbischofs.