Ostern

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Quelle: epd-bild / musée Unterlinden– Colmar
Die Entstehung des Osterfestes
Die urchristliche Gemeinde feierte an jedem Sonntag des Jahres die Auferstehung ihres Herrn, also "Ostern". Bereits Anfang des 2. Jahrhunderts entwickelte sich darüber hinaus ein jährliches Osterfest, das weder einen festen Termin, noch einen festgelegten Ablauf hatte. Das Konzil von Nicäa legte 325 n.Chr. das Osterfest auf den 1. Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fest. Daraus ergibt sich, dass Ostern frühestens am 22. März und spätestens am 25. April gefeiert werden kann.

Die Osternacht
In ihr ereignete sich das Wunder der Auferstehung Jesu. Als die Frauen morgens - so wie Lukas schreibt: sehr früh - zum Grab kamen, um den Leichnam Jesu zu salben, da fanden sie das Grab leer vor. Jesus war nicht mehr da, er war auferstanden.
Diese eine Nacht ist anders als alle anderen Nächte, in denen die Trauer ungehindert Einzug halten und Ängste ins Unermessliche wachsen können: Sie birgt das Wunder des Lebens. Sie bringt Jesus aus dem Tod ins Leben zurück. Und sein Kommen mehr als eine bloße Wiederkehr: Es ist der Sieg des Lebens über den Tod, der Sieg der Liebe Gottes über die Bosheit der Welt. Dieser Neuanfang macht jedem Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort einen Neuanfang möglich.

Die Feiern in der Osternacht, die in den evangelischen Gemeinden seit einigen Jahrzehnten zunehmend begangen werden, vollziehen den großen Weg von der Schöpfung der Welt durch die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel bis hin zum Leben, Sterben und Auferstehen Jesu. Sie beginnen in der dunklen Kirche, die nur erhellt wird vom Licht der Osterkerze und mit dem Fortschreiten der biblischen Botschaft stetig heller wird, bis der Ruf: "Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!" - die Kirche erfüllt und neues Licht die Kirche ausfüllt. Die Weitergabe des Osterlichts an jede und jeden zeugt von der Hoffnung, die die Auferstehung Jesu für alle Menschen eröffnet. Oft werden - wie in der Zeit der frühen Christenheit - in der Osternacht Jugendliche oder Erwachsene getauft. Tauferinnerung und Abendmahl gehören zum festen Bestand der Feier.

Das gemeinsame Abendmahl ist Zeichen der Gemeinschaft, die die Christen mit dem Auferstandenen haben und zugleich Freudenmahl für das Leben.

In der alten Kirche war die Osternacht einer der zwei jährlichen Gottesdienste, in der die Taufanwärter nach der vorbereitenden Fastenzeit getauft wurden. Heute gehören zumindest Tauferinnerungsfeiern zum festen Bestandteil der Osternachtfeier vieler Gemeinden.

Ostersonntag und Ostermontag
"Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!"
Mit diesem Osterruf beginnen die Gottesdienste am Ostersonntag. Er fasst die Botschaft dieses Festes zusammen: Jesus ist auferstanden und in den Tagen danach vielen Menschen begegnet: den Frauen am Grab, den trauernden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, Petrus am See Genezareth, dem zweifelnden Thomas in Jerusalem und vielen anderen, die nicht namentlich bekannt sind. Ihr Zeugnis von der Auferstehung Jesu ist Grundlage des christlichen Glaubens. Seine Auferstehung eröffnet allen, die ihm vertrauen, ein Leben in Freiheit von Angst und Schuld und eine Hoffnung über den Tod hinaus.
Viele Gemeinden bringen diese Hoffnung am frühen Morgen in einer Auferstehungsfeier auf dem Friedhof zum Ausdruck. Wo übers Jahr Menschen an den Gräbern geweint haben, mischen sich jetzt die Osterchoräle der Posaunenchöre und die Osterlieder der Gemeinde mit den Vogelstimmen des Frühlingsmorgens.
Alle Gottesdienste der Ostertage sind festlich. Glocken und Orgel, die in der Karwoche geschwiegen haben, erklingen wieder, ebenso die festlichen Liedrufe Gloria und Halleluja, die während der ganzen Passionszeit nicht zu hören waren. Posaunenchöre und Kantoreien musizieren in vielen Gottesdiensten. Altar und Kanzel tragen weiße Antependien, PfarrerInnen und Pfarrer gelegentlich weiße Stolen.
Am Ostersonntag oder Ostermontag finden in vielen Gemeinden Familiengottesdienste statt, oft verbunden mit einem Osterfrühstück.

Der Grund des christlichen Glaubens
Jesu Auferstehung ist der Grund des christlichen Glaubens. Wäre er nicht auferstanden, dann gäbe es keinen Grund zu glauben. Dann wäre sein Tod das Ende eines großen und einmaligen Menschen gewesen. Seine Auferstehung macht ihn einmal mehr zu Gottes Sohn und zeigt, dass durch ihn das Leben und der Glaube an Gott, wie Jesus ihn verkündigt und gelebt hat, eine Hoffnung über den Tod hinaus bringt.

Paulus bringt das in seinem 1. Brief an die Korinther auf den Punkt: "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich." ... "Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden." ... "Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind." (1. Korinther 15, 14,17+20)

 

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