Aktionswoche "Recht auf Familie - Integration braucht Familienzusammenführung"

Quelle: eok
Die Kirchen in Baden-Württemberg rufen gemeinsam mit der Liga der freien Wohlfahrtspflege, dem Flüchtlingsrat, dem Landesfamilienbeirat, der GEW und vielen weiteren Akteuren auf zur Aktionswoche „Recht auf Familie- Integration braucht Familienzusammenführung“ vom 04. bis 10. Dezember 2017. Der 10. Dezember, der Tag der Menschenrechte,  fällt dieses Jahr auf den 2. Advent und bietet daher gute Anknüpfungspunkte.

Mit der Kampagne möchten die Kirchen und Verbände auf die andauernde humanitäre Notlage von vielen geflüchteten Familien aufmerksam machen, die auf das Wiedersehen mit ihren Angehörigen in Deutschland warten. Das Recht auf Schutz der Familie, die Zusammenführung von Familien mit Flüchtlingsanerkennung und auch mit subsidiärem Schutz wird durch langwierige Asyl- und Visumverfahren beschnitten. Für Bürgerkriegsflüchtlinge mit dem sog. subsidiären Schutzstatus wurde der Familiennachzug vom Gesetzgeber sogar komplett ausgeschlossen. Die  Kirchen und Verbände setzen sich deshalb für zeitnahe und verlässliche politische Lösungsmöglichkeiten ein, damit geflüchtete Familien in Deutschland nicht erst nach Monaten und sogar Jahren, sondern schnell nach Deutschland reisen und wieder vereint werden können. Diese grundlegende politische Forderung bezieht sich auf Menschen mit Flüchtlingsanerkennung und auch auf subsidiär Schutzberechtigte. Die Kirchen und Verbände fordern die neue Bundesregierung auf, diese vom Gesetzgeber eingeführte Beschränkung des Familiennachzugs zu subsidiär Geschützten umgehend aufzuheben.
 

Besonders hinweisen möchten wir auf den Online-Adventskalenders 2017 der Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Arbeitsstelle Ökumene - Menschenrechte - Flucht - Friedensbildung) mit dem Thema „Familie“. Unter dem Link können Sie ab dem 1. Dezember jeden Tag ein Türchen zu  öffnen. 24 Zeugnisse von Geflüchteten, der Sehnsucht nach ihren Familien und den Hindernissen, die dem Zusammenleben entgegenstehen, finden sich dahinter. Alle Erzähler*innen leben  im Norden von Deutschland als unsere Nachbarinnen und Nachbarn. Familien gehören zusammen!  

www.familien-adventskalender.de

 
Im Rahmen der Aktionswoche finden Aktionen mit unterschiedlichen Formaten statt wie z.B.
• Einladung der Bundestagsabgeordneten in die Migrations- bzw. Flüchtlingsberatungsstellen und Information über das Thema Familienzusammenführung sowie Berichte über konkrete Fälle Betroffener.
• Veranstaltungen 
• Mahnwachen für die durch Flucht getrennten Familien
• Gottesdienste
und vieles mehr 
 
Aktuell ist eine Petition von "Pro Asyl" zum Thema "Familiennachzug" verfügbar, welche bis zum 25.11.2017 25.000 Unterschriften sammeln soll. Zur Petition kommen Sie hier.
 
Auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland  wurde zum Thema Familienzusammenführung folgender Beschluss gefasst:
 
(15.11.2017)
 
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Familien gehören zusammen!

                           Gemeinsame Postkartenserie

von Diakonie, Caritas und den Kirchen zum Familiennachzug für Flüchtlinge

im Rahmen der Aktionswoche „Recht auf Familie – Integration braucht Familienzusammenführung“

  Gefluechtete Familien gehoeren zusammen (Postkartenserie 4er Set)

Zum Bestellen der Weihnachtskarten:
 

Das Thema Familiennachzug für Geflüchtete beherrscht die politische Diskussion um eine neue Regierungsbildung in Berlin. Mit einer gemeinsamen Initiative machen die Diakonischen Werke Baden und Württemberg, die Caritasverbände für die Diözesen Rottenburg Stuttgart und die Erzdiözese Freiburg und die Kirchen zum diesjährigen Advent auf bildhafte Weise dazu ihren Standpunkt klar: „Familien gehören zusammen!“ Diese

 Im Zentrum der Initiative, die zum 1. Advent anläuft, steht eine Postkartenserie mit besonderen Weihnachtsmotiven. Sie zeigen traditionelle Krippenmotive, bei denen aber einzelne Figuren der „Heiligen Familie“ fehlen. Daneben findet sich ein erläuternder Text, der auf die dramatische Situation vieler Geflüchteter hinweist, die teilweise über Jahre hinweg von ihren Angehörigen getrennt bleiben müssen, weil ein Familiennachzug gesetzlich ausgeschlossen wurde oder durch extrem lange Bearbeitungszeiten und nicht erfüllbare Anforderungen an Dokumente und Pässe praktisch nicht möglich ist. Die Postkartenmotive gestaltete der Heidesheimer Grafiker Tobias Boos, die Kartenserie wurde vom Diakonischen Werk in Hessen entwickelt.

 Die Evangelische Kirche in Baden und die Diakonie Baden fordern mit der Aktionswoche Recht auf Familie - Integration braucht Familienzusammenführung, dass allen Schutzberechtigten erlaubt wird, ihre Angehörigen nachzuholen. Zudem soll die Familienzusammenführung beschleunigt und in anderen europäischen Ländern gestrandeten Familienmitgliedern die Einreise zeitnah ermöglicht werden. Der Schutz der Familie sei ein Grundrecht und gelte auch für Geflüchtete, heißt es auf den Karten.

In der Advents- und Weihnachtszeit wird vielen Menschen der Wert der Familie besonders bewusst. Deshalb haben wir diese Zeit gewählt, um auf das Leiden der Familien aufmerksam zu machen, die nicht zusammenleben können, weil der Familiennachzug nicht möglich ist. Es ist so wichtig, vor allem mit den engsten Familienangehörigen, dem Mann, der Frau, den Eltern, den Kindern zusammenleben zu können.

Wie kann ich die Karten beziehen?

Die Kartenserie besteht aus einem 4-er Set. Sie wurden in größerer Stückzahl an die Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen der örtlichen diakonischen Werke in Baden verteilt und an die Kirchenbezirksbeauftragten Flucht und Migration und werden von dort in den Kirchenbezirken weiterverteilt. Daneben bestellt die Möglichkeit, Sie über den EOK-Bestellservice hier kostenpflichtig zu bestellen, nur über die hier mögliche Online-Bestellung.

Siehe Link zum Bestellservice oben.

Bitte beachten Sie: Eine Bestellung telefonisch oder per E-Mail ist nicht möglich!

(Angehende Anfragen können aufgrund des damit verbundenen Aufwandes nicht bearbeitet werden).

Die Aktionswoche wurde innerhalb eines interessanten Filmbeitrages durch den SWR zusammengefasst. Den Link zu diesem finden Sie hier. (Beitrag startet ab 6:55)