EEB Freiburg

Zu-MUT-ungen

Vortrag und Podiumsgespr├Ąch
Quelle: Hammer, Günter
Quelle: Hammer, Günter

Mit dem Titel „ZuMUTungen“ hatten Annegret Trübenbach-Klie und Andreas Bordne den Auftrag der Evangelischen Erwachsenenbildung sehr irritierend  beschrieben, denn dieser Titel entlässt eine Erwachsenenbildung nicht in die Heimelichkeit von Bildungskursen, sondern fordert alle Beteiligten heraus, Stellung zu beziehen. Eingeladen war zu einem Vortrag mit Christina aus der Au, einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Stadt und Orgelimprovisationen. Im Anschluss der Veranstaltung in der Christuskirche fand ein Dankesfest in den Gemeinderäumen statt.

In seinem Grußwort setzte Schuldekan Dr. Christian Stahmann den Titel „ZuMUTungen“ in Beziehung zum Auftrag der Kirche heute in die Gesellschaft zu wirken.  Durch die „Wucht“  biblischer Erzählungen, die ureigene menschliche Grunddimensionen ansprechen, würden Selbstverständlichkeiten des Lebens immer wieder erschüttert und neue Wege freigelegt. Die Referentin Prof. Christina aus der Au forderte von der Kirche, sich die Fragen der Gegenwart wirklich als „fragwürdige“ zuzumuten und sich als Kirche  mit ihrem Profil umgekehrt der Gesellschaft zuzumuten. In Orgelimprovisationen von Felix Ketterer wurde unsere kirchliche Tradition im Zwieklang von schrillen und lauten ungewohnten Tönen deutlich. Eine Orgel in vollen Tönen bringt den  Kirchenraum mit den darin Seienden in Resonanz.

Im anschließenden Podiumsgespräch führte Prof. Reiner Marquard den Auftrag der EEB auf Martin Luthers Überzeugung zurück, dass jeder seinen Tod sterbe und daher jeder seine Gewissheit brauche, die er in den möglichen Lernräumen der Evangelischen Erwachsenenbildung finden könne.  Aus der Leitungsperspektive  des Kirchenbezirkes bezeichnete Dekan Markus Engelhardt die EEB als „Beiboot“ der Kirche, das rasch auf aktuelle Fragen  reagieren könne und müsse. Matthias Berg, der Leiter des Bildungswerkes der Erzdiözese, unterstrich den Auftrag der Erwachsenenbildung, den Menschen, die ihre Veranstaltungen besuchen,  hilfreich zu sein und sie nicht kirchlich vereinnahmen zu wollen. Es ist die Chance auch Menschen außerhalb von Kirche erreichen zu können. Mit großem Interesse wurde die Haltung des Vertreters des Islamischen Zentrums, Ashraf Attias, aufgenommen: Aufgrund der sprachlichen Herausforderungen der deutschen Sprache müsse sich die islamische Bildung auf die Gesellschaft einlassen. Er machte deutlich, wir verschieden die Biographien, auch die islamischen Glaubensbiographien von Menschen sind, die hier in Deutschland ankommen. Sie stehen vor der „ZuMUTung“ sich sprachlich formulieren zu müssen, eine Anforderung, die in den Herkunftsländern nie gebraucht wurde. Eva von Rekowski, die Leiterin der Volkshochschule, die krankheitsbedingt nur eine Botschaft mitteilen lies, sagte: wir ergänzen uns als Bildungsträger, wir brauchen einander. Die Evangelische Erwachsenenbildung übernimmt die geistigen und religiösen Themen und sie kann viel eher eine Position vertreten, die wir  in einer orientierungsgebenden  Bildungslandschaft brauchen.

Die Verantwortlichen der Erwachsenenbildung konnten aus den Reflexionen über den Bildungsauftrag viel Ermutigung für ihre Arbeit mitnehmen. Beim anschließenden Fest im Gemeindehaus stand der Dank an die KooperationspartnerInnen und ReferentInnen im Mittelpunkt.

Annegret Trübenbach-Klie

Evangelische Erwachsenenbidung Freiburg

 

Bild oben: v.r.n.l. Annegret Trübenbach-Klie (Leiterin EEB Freiburg), Prof. Dr. Reiner Marquard (Emeritus Rektor Ev. Hochschule Freiburg, Dozent Uni Freiburg), Matthias Berg (Leiter Kath.  Bildungseinrichtungen der Erzdiözese Freiburg), Andreas Bordne (Leiter EEB Freiburg), Ashraf Attia (Vertreter Islamisches Zentrum Freiburg), Christina aus der Au (Universität Zürich), Markus Engelhardt (Dekan Evangelischer Kirchenbezirk Freiburg)

Bild unten: Dank an alle Unterstützer/innen und Referenten/innen. Joe Dennig im Vordergrund war eine der ersten, die die Evangelische Erwachsenenbildung mit vorantrieben.