Allgemeine Fragen

Was ist das Liegenschaftsprojekt?

Das Liegenschaftsprojekt ist ein Teilprojekt im Rahmen einer künftigen Ressourcensteuerung der evangelischen Landeskirche in Baden. Das Ziel des Liegenschaftsprojektes ist es, eine Reduzierung der Gebäudeflächen/ Gebäudekosten bei den kirchengemeindlichen Gebäuden zu erreichen. Ausgehend von einer Prognose, dass wir mit einem Rückgang der Kirchensteuermittel in Höhe von 30 % zu rechnen haben, besteht hier Handlungsbedarf. Im Bereich der Gebäude sind daher 30 % der Kosten mittel- bis langfristig einzusparen.

Eine Ursache des Rückgangs der Kirchensteuermittel liegt darin begründet, dass wir schon jetzt aufgrund der Demografie rückläufige Gemeindegliederzahlen haben. Wir haben mehr Beerdigungen als Taufen und mehr Austritte als Eintritte zu verzeichnen.

Viele Gemeinden haben schon jetzt Schwierigkeiten, ihren Haushalt auszugleichen und die notwendigen Substanzerhaltungsrücklagen für die Gebäude zu bilden. Auch fehlen oft die Eigenmittel vor Ort, um Renovierungen/Sanierungen durchführen zu können.

Ein weiterer Grund für das Liegenschaftsprojekt besteht darin, dass sich unser Gebäudebestand  an einer höheren Gemeindegliederzahl orientiert. Vereinfacht gesagt: Die Gebäude sind zu groß.

Ebenso ist feststellbar, dass sich die Gemeindearbeit an vielen Orten verändert. Gemeindeglieder lassen sich für Projekte und punktuelle Veranstaltungen ansprechen, die kontinuierliche Gemeindearbeit in Gruppen und Kreisen ist rückläufig.

Daher soll im Liegenschaftsprojekt zunächst in allen 24 Kirchenbezirken eine strategische Gebäudeplanung erfolgen. Ausgehend von unserm Auftrag als Kirche, der in der Verkündigung des Evangeliums gründet, fragen wir, welche Gebäude wir brauchen, um Begegnungsräume mit dem Glauben zu ermöglichen; und wie wir diese ansprechend gestalten und nachhaltig finanzieren können.

Wird das Liegenschaftsprojekt mit aller Arbeit den Aufwand wert sein ?

Das Liegenschaftsprojekt hat einerseits wirtschaftliche Zielsetzungen, Grundlage dafür ist das Kirchengesetz vom 24.04.2015 der Ressourcensteuerung im Kirchenbezirk und andererseits große Chancen zur Veränderung und Neuausrichtung der theologischen und inhaltlichen Schwerpunkte in den Kirchengemeinden der jeweiligen Kirchenbezirke.

Wir hoffen, dass wir am Ende des Liegenschaftsprojektes für alle 24 Kirchenbezirke einen Masterplan haben und seitens der Landeskirche eine künftige strategische Steuer- und Finanzplanung für die Gebäude vornehmen können.

Wer macht die ganze Arbeit? Unsere Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Gemeinde sind jetzt schon überfordert.

In langwierigen Strukturprozessen, die beispielsweise im Rahmen des HSK durchgeführt werden müssen, werden viel Kraft, Zeit und auch finanzielle Mittel in Gebäudefragen gesteckt. Durch das Liegenschaftsprojekt mag das noch erhöht werden, doch mit dem Ziel, wieder mehr Raum und Geld für die Gemeindearbeit zu haben. Der Aufwand, den die einzelnen Kirchengemeinden im Liegenschaftsprojekt haben, sollte nicht überschätzt werden. Größenteils ist im Liegenschaftsprojekt der Kirchenbezirksrat gefordert.

Wie schützt man die Verantwortlichen vor Ort? (Wenn z.B. Gebäude verkauft werden)

Es gehört leider zur traurigen Wirklichkeit, dass Gebäudeprozesse dazu führen, dass Haupt- und Ehrenamtliche massiven Druck durch Gemeindeglieder erleben. Hier sind alle Ebenen der Kirche (Kirchengemeinde, Bezirk und Landeskirche) gefordert, diese notwendigen Prozesse zu begleiten.

Kosten für diesen riesigen Aufwand der Datenerhebung und Projektleitung…Das Geld wäre besser angelegt, wenn wir in Gemeindeentwicklung (Begeisterung!) investieren würden.

Um künftig auch Kirchengemeinden weiter bei Gebäuden unterstützen zu können und als Landeskirche eine verlässliche Finanzplanung im Interesse der Kirchengemeinden vornehmen zu können, wird eine verlässliche Datengrundlage benötigt, die jetzt geschaffen wird. Dafür hat die Landessynode die Finanzmittel für das Projekt bereitgestellt.

Transparenz: Was kostet Liegenschaftsprojekt?

Die Landessynode hat für das Liegenschaftsprojekt 7.8 Millionen € als Projektmittel bewilligt. Ca. 2.800 Gebäude werden im Liegenschaftsprojekt berücksichtigt.

Können die 30 % Einsparungen nur über die Gemeindehäuser erreicht werden?

Ausgehend von der Prognose, dass mittelfristig der Landeskirche 30 % weniger Finanzmittel zur Verfügung stehen werden, werden Mitteleinsparungen von insgesamt 30 % angestrebt. Ob diese Einsparung allein über die Reduzierung von Gemeindehausflächen erreicht werden kann, ist im Moment noch nicht absehbar.

Neben der Reduzierung von Flächen kann die Erschließung neuer Finanzierungsquellen, z.B. über Kooperationen, Vermietungen, Nutzungsänderungen finanzielle Erleichterung bringen.

Die den Gemeinden zu Verfügung gestellten Daten sollen auch dabei helfen, neue Perspektiven zu finden.

Spielt nicht die zukünftige Stellenbesetzung der Pfarrstellen eine wichtige Rolle?

Pfarrstellen spielen bzgl. der Pfarrhäuser eine Rolle. Darum muss eine bezirkliche Planung eine Antwort zur Pfarrhausthematik geben.

Gemeindehäuser sind Treffpunkte für das Gemeindeleben vor Ort. Schon jetzt wird ein Großteil der Veranstaltungen in Gruppen und Kreisen von Ehrenamtlichen geleitet. Gemeindehäuser bestehen unabhängig von der Präsenz von Pfarrerinnen und Pfarrern. Gottesdienste werden von Pfarrerinnen und Pfarrern, Prädikant/Innen gehalten, darum haben Kirchen auch unabhängig davon eine große Bedeutung und sind in einer säkularen Welt ein starkes Symbol für das Christentum.

Einbeziehung der Patronatsherren? Rolle Pflege Schönau?

Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau ist im Liegenschaftsprojekt nicht direkt beteiligt, ebenso die Patronatsherren, da die vertraglichen Verpflichtungen nicht davon berührt sind.

Wie geht es weiter nach dem Liegenschaftsprojekt?

Ziel des Liegenschaftsprojektes ist es, Konzepte für die künftige Verteilung von Gebäuden und Räumen zu erarbeiten. Zur Umsetzung des Masterplans ist ein Zeitraum von 10 Jahren vorgesehen. Nach dem Liegenschaftsprojekt und der strategischen Festlegung ist dann im Miteinander von Kirchengemeinde und EOK eine Lösung zu suchen. Es gilt der normale Bau- und Beratungsprozess, wie er bislang auch praktiziert wurde. Sollte für eine Gemeinde, eine Region konzeptionell eine Gebäudeoptimierung stattfinden, so kann pro ki ba in einen zweiten Schritt eine Machbarkeitsstudie erstellen, um Lösungen vorzuschlagen. Dies ist zwischen EOK und Kirchengemeinde/Region/Bezirk abzustimmen.

Bauanträge werden weiter im EOK bearbeitet.

 
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Sonderseiten zum Liegenschaftsprojekt in ekiba intern 10/2016

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